Aus dem Archiv 2003 Frauen meditieren anders als Männer

TEMPEL DER WEIBLICHKEIT

Frauen meditieren anders als Männer

Um ihr weibliches Potenzial zu realisieren müssen Frauen weibliche Wege gehen. Dass sich der weibliche Körper vom männlichen unterscheidet, darüber sind sich heute wohl alle einig. Geht es um die Gesunderhaltung, Therapie oder gar die spirituelle Entwicklung der Frau scheinen diese Unterschiede wie in Luft aufgelöst und werden kaum berücksichtigt. Vereinzelt sind kleine kosmetische Unterschiede zu beobachten, so haben Medikamente für Frauen beispielsweise häufig eine rosa Verpackung. In Therapien wird Weiblichkeit vermehrt thematisiert, oder Frauen schließen sich zwecks Lösung ihrer Probleme zusammen.

 

Die Förderung der Frau geschieht nach wie vor nach männlichen Maßstäben. Da selbst viele Frauen heute kaum einen Bezug zu weiblichen Werten haben, befinden sich viele auf dem männlichen Weg. Oft wissen Frauen nicht genau was los ist, sie wissen nur, dass irgendetwas mit ihrer Weiblichkeit nicht stimmt. Frauen haben den Kontakt zu ihren weiblichen Wurzeln verloren, somit sind sie ebenfalls von ihrer natürlichen Spiritualität abgeschnitten. Es ist eine weibliche Verantwortung die verlorene weibliche Spiritualität wieder zu rehabilitieren.

 

Immer mehr Frauen bemühen sich, aus den alten weiblichen Abhängigkeiten auszubrechen, und ihr Leben den eigenen Vorstellungen entsprechend zu gestalten. Und das ist auch notwendig, denn endlich leben wir Frauen, zumindest in unserer Gesellschaft, in einer Situation, die es uns erlaubt unser Leben selbst zu bestimmen und weibliche Akzente zu setzen. Es ist dringlicher denn je, die von männlichen Werten dominierte und strapazierte Welt mit weiblichen Qualitäten zu harmonisieren und zu heilen.

 

DIE WEIBLICHEN WURZELN

Die Wurzeln des Weiblichen bringen Frauen an einen Ort, wo der Verstand keinen Zugang mehr hat, die Logik aufhört und wo sich Bilder und Vorstellung auflösen wie Seifenblasen. Das weibliche Potential ist und bleibt ein Mysterium. Kein Wort reicht aus um das Weibliche zu beschreiben, denn es kann nur erfahren und erlebt werden.

Wasser gilt als das Symbol für Weiblichkeit. Wasser weist Frauen den Weg nach Hause. Wasser ist wandlungsfähig und flüssig und fließt unentwegt nach unten, um sich am tiefsten Punkt zu sammeln und zu ruhen. Der Weg des Wassers ist der Weg der Hingabe. Frausein ist keine Aktivität, sie kann nicht gemacht werden. Frauen brauchen nichts zu tun, sondern nur zuzulassen, dass das Wasser sie zurück nach Hause führt. Auch die innere Entwicklung ist diesen Gesetzmäßigkeiten unterworfen. Weiblichkeit ist ein Zustand der Tiefe.

 

Solange Frauen ihre weiblichen Wunden nicht geheilt haben, bleiben sie in ihrem Erleben oberflächlich und ihre Gedanken übertönen ihre Gefühle. Weitere Qualitäten von Wasser sind Empfangen und Speichern. Ist die Frau von ihrer Sensibilität abgespalten und sich dieser Qualitäten nicht bewusst, nimmt sie unbewusst Emotionen, Schwingungen und Gedanken in sich auf, ohne es zu merken. Das klare Wasser wird trüb und verwandelt sich in einen inneren Sumpf. Frau fühlt sich aus unerklärlichen Gründen in sich und mit sich nicht wohl und kann den Zustand der Stille nicht genießen. Um die weibliche Lebensqualität zu erhalten, ist es für Frauen unumgänglich zu lernen, „ihr Wasser“ von emotionalen und energetischen Verschmutzungen zu reinigen. Sonst wird aus weiblicher Intuition leicht eine unbewusste Projektion.

 

DAS FEUER KNISTERT

Wir leben in einer vom männlichen Prinzip geprägten Gesellschaft. Vielen Frauen ist daher das Männliche vertrauter als das Weibliche und sie lassen ihr Leben vom Feuer regieren. Feuer symbolisiert das männliche Prinzip. Das Feuer ist extrovertiert und kämpferisch. Es dehnt sich aus und drängt unentwegt nach oben zum höchsten Punkt, zum Höhepunkt. Feuer ist schnell, intensiv und energisch, es aktiviert den Verstand. Feuer bewegt sich an der Oberfläche. Ein männlicher Weg ist geprägt von harter Disziplin, Aktivität und Techniken. Um auf einem hohen Energieniveau leben zu können müssen Männer Methoden haben ihr Feuer und ihre Sexualität unter Kontrolle zu bringen.

 

Die weibliche Entwicklung und Heilung braucht sehr viel Ruhe, Rückzug und Meditation. Weibliche Heilung geschieht durch Integration und Verdauung. Nachhaltige weibliche Heilung passiert weder im Austausch, noch im Ausdruck oder durch Bewegung. Sie ist ein privater innerer Vorgang, der sich in der Stille abspielt.

 

WENN DIE WEIBLICHE KRAFT VERDAMPFT

Ein intensiver, energievoller oder gar stressiger Lebensstil kann die Weiblichkeit regelrecht „verdampfen“. So auch intensive spirituelle Praktiken, denn die „höheren oder göttlichen“ Energien erzeugen immer Hitze. Intensive Energien oder Hitze im Körper hindert Frauen daran in ihre Tiefe zu kommen. (Feuer drängt nach oben und nach außen). Die meisten sogenannten Meditationstechniken wurden ursprünglich von Männern für Männer entwickelt. Weibliche Spiritualität entfaltet sich nach anderen Gesetzen. Feiern, heilen, beten und lieben sind

 

Qualitäten, die die weibliche Spiritualität braucht um sich natürlich zu entfalten. Wenn Frau dieselben Methoden anwendet wie ein Mann wird sie bestimmt einige intensive Erfahrungen machen, welche sie sicherlich nicht auf ihrem weiblichen Weg unterstützen. Der weibliche Weg führt in die Tiefe zurück zum Ursprung und zur weiblichen Individualität.

 

WEIBLICH -MEDITIEREN

Meditation ist heute in aller Munde. Massenweise werden Bücher zum Thema Meditation und Spiritualität publiziert. Meditationslehrer schießen wie Pilze aus dem Boden. Um Therapiemethoden aufzupeppen werden sie in spirituelle fernöstliche Meditationsformen gepackt. Was ist denn nun Meditation? Es gibt weder eine offizielle Definition von Meditation noch ist dieser Begriff geschützt. Deshalb steht Meditation für so viele unterschiedliche Methoden und Qualitäten.

 

Traditionellerweise ist Meditation ein wesentlicher Bestandteil einer spirituellen Lebensausrichtung. Spiritualität ist nicht gleich Therapie. Spiritualität strebt die Befreiung des Selbst an und eine Realisierung des Ganzen, die modernen Therapien hingegen feilen an der Persönlichkeit und am Ego rum, um bestimmte Eigenschaften zu verbessern und Probleme zu lösen. Weibliche Spiritualität entfaltet sich nicht durchs Therapieren, viel mehr durchs Meditieren..

 

Wenn sich Frau für Meditation interessiert,  ist es wichtig sich zuerst einmal klar zu werden, was sie damit erreichen möchte. Frauen müssen sich bewusst sein, dass sie alle Weisheiten der Welt in sich tragen. Weibliche Spiritualität offenbart sich in eime Zustand geheilter Weiblichkeit. Sie müssen sich nur wieder daran erinnern. Dieser Prozess der Erinnerung ist ein sehr tiefer Prozess, der nicht über Worte oder Übungen geht. Je unabhängiger und individueller Frau ihr Leben lebt, desto einfacher kommt sie wieder in Kontakt mit ihrer weiblichen Weisheit.

 

Das Fundament weiblicher Spiritualität ist Natürlichkeit und Wahrhaftigkeit. Dazu ist es wichtig, dass Frau das Tempo und die Schritte ihrer Entwicklung selbst bestimmt. Geht es um Spiritualität lassen sich immer noch zu viele Frauen von anderen Menschen blenden, von Menschen, die vorgeben spirituell weiterentwickelt zu sein. Auch in der spirituellen Welt ist nicht alles Gold, was glänzt. Dass tausend andere sich in eine Richtung bewegen ist noch lange kein Beweis dafür, dass der Weg auch für Sie richtig ist. Weibliche Spiritualität entfaltet sich nur durch Erfahrungen, und zwar durch weibliche Erfahrungen, und die muss Frau allein für sich machen.

 

WEIBLICHE UNABHÄNGIGKEIT

Durch Meditation erhoffen sich viele eine Verbesserung ihres Zustandes und mehr Zufriedenheit. Meditation kann heilen, aber es ist keine Heilmethode im eigentlichen Sinne. Schon Carl Gustav Jung, der geniale Psychotherapeut, machte seine Leser auf die Gefahr der Anwendung fernöstlicher Meditationsmethoden aufmerksam. Das neurotische westliche Persönlichkeitsmuster kann sich durch Meditation verstärken, ebenso körperliche Symptome, wie beispielsweise Kopfweh oder Menstruationsbeschwerden und sexuelle Probleme usw. Frauen, die bestrebt sind neue Dimensionen ihres Frau-seins zu erschließen, rate ich nicht naiv zu sein und sich auf ihre innere Expedition gut vorzubereiten.

 

Ins Reisegepäck gehören die Grundlagen der weiblichen Selbstheilung und weiblichen Magie, Zentrierung, eine zuverlässige Entspannungsmethode und die Kunst der inneren und äußeren Reinigung. Das sind wichtige Zutaten, um den eigenen Weg unabhängig gehen zu können in guten sowie in schlechten Tagen.

 

DER WEIBLICHE TEMPEL

Der Körper ist der Tempel der Frau, der Ort, wo sich Meditation und Spiritualität entwickeln und manifestieren. Deshalb spielt er im Leben einer Frau eine sehr zentrale Rolle; der Körper will geehrt und gepflegt werden. Sind die Türen des Tempels geöffnet, braucht es jemand, der die Schätze im Inneren beschützt. Ist niemand da, der den Tempel hütet, wird die heilige Stätte leicht beschmutzt oder beschädigt, und es besteht die Gefahr, dass die heiligen Kostbarkeiten entwendet werden. Im schlimmsten Fall wird der Tempel von Eindringlingen eingenommen und besetzt.

 

Lernen in ihrem Tempel zu ruhen, um ihn durch innere Anwesenheit und Liebe zu schützen, hat für Frauen oberste Priorität. Jede Frau muss selbst dafür sorgen, dass ihr Inneres mit Licht, Sinnlichkeit und Ruhe durchflutet ist, damit dort eine Atmosphäre herrscht, in der sie sich richtig zu Hause fühlt und erholen kann. Und dies unabhängig davon, was in ihrem äußeren Umfeld geschieht oder eben nicht geschieht.

Je mehr Frau sich in sich zu Hause fühlt, desto einfacher fällt ihr die Meditation und der Zugang zur Stille. Die Stille ist nicht das Ende der Reise, sondern für Frauen auf dem spirituellen Weg eine essentielle Voraussetzung. Nur in tiefster Stille offenbaren sich all die Weisheiten, die die Weiblichkeit in sich verborgen hält.

 

 

Lerne immer mehr zu schweigen, lerne immer stiller zu werden. Genieße Schweigen und Stille. Das sind die grundlegenden Vorbereitungen für den höchsten Gast. Wenn du in tiefster Stille bist, dann bist du fähig die Göttlichkeit in dich aufzunehmen.

OSHO

 

Weibliche Einweihung

Als Starthilfe Frauen können andere Frauen in die weiblichen Mysterien einweihen. Eine weibliche Einweihung wird von einer Frauen vollzogen, die mit der weiblichen Quelle verbunden ist und die in der Lage ist ihre weiblichen Erfahrung und weiblichen Qualitäten auf andere zu übertragen.

 

Als spirituelle Heilerin habe ich zusätzlich die Möglichkeit Frauen zu „Begradigen“, eine wunderbare Heilmethode Frauen spirituell aufzurichten und in ihre göttliche Ordnung zu bringen. Es handelt sich dabei um eine Form spiritueller

Heilung, die  auf körperlicher Ebene meist sicht- und messbar ist. Beckenschiefstände, Rückenkrümmungen u.s.w. werden innert Sekundenschnelle ausgeglichen.

 

Die „Begardigung“ bewirkt eine spirituelle Oeffnung oder spirituelle Anbindung, die  Frauen dabei unterstützt, ihren Heimweg selbst zu finden.

 

Maitreyi, Piontek,

Autorin, erfahrene Psych. Notfallschwester, Heilerin, dipl. med. Sexologin, ausgebildet in Taostischer Heilkunst inklusive Chinesischer Medizin und Ernährung. Ihre Bücher Das Tao der Frauund Tao der weiblichen Sexualitätsind in

13 Sprache übersetzt.

 

Maitreyi Piontek führt eine Heilpraxis und leitet Seminare im In-und Ausland.

Maitreyi Piontek

Heilpraxis Pfauen